Verleihung des Hermann-Sinsheimer-Preises an Konstantin Wecker

Die Verleihung des Hermann-Sinsheimer-Preises an Konstantin Wecker können Sie ab Sonntag, 18. April 2021, 11 Uhr hier anschauen.

 

 

Die Stadt Freinsheim und die Jury des Hermann-SInsheimer-Preises bedanken sich herzlich bei allen Beteiligten:

Preisträger: Konstantin Wecker

Laudator: Moshe Zuckermann

Musik: Konstantin Wecker

Musik: Immergrün - Peter Stockmann (Saxofon), Martin Grohe (Bass), Benedikt Bassimir (Schlagzeug), Reinhard Meyer-Loewen (Klavier)

Lesung: Anja Kleinhans

 

Produktion:

Media-Service-Center Freinsheim

Kamera, Schnitt & Regie: Marcel Mühlbeyer

Ton & Mischung: Tom Krause

MASTERMIXSTUDIO Unterföhring

Regie & Produktion: Florian Moser

Ton & Mischung: Stefan Gienger

Technische Leitung: Alexander Hubmann

Technische Assistenz: Raphael Kupka

 

Sponsoren:

Raiffeisenbank Freinsheim eG

Sparkasse Rhein-Haardt

Pfalzwerke Netz AG

Blumen Von der Warth im Mandelhof, Freinsheim

 

Pressemitteilung vom 7. Apr. 2021

„Wie schön wäre es, wenn ich Sie jetzt hier im von-Busch-Hof, der guten Stube Freinsheims persönlich begrüßen könnte...“ So wendet sich Stadtbürgermeister Matthias Weber in seiner Rede anlässlich der Preisverleihung an Konstantin Wecker an sein imaginäres Publikum.

Das hat es so noch nie gegeben. All die Jahre, um genau zu sein seit 1983, als der Preis erstmals verliehen wurde, war der festlich geschmückte Saal bis auf den letzten Platz gefüllt. In diesem Jahr ist alles anders: statt während der Rede in die erwartungsfrohen Gesichter seines Publikums zu blicken, schaut Matthias Weber in die Kamera von Marcel Mühlbeyer vom gleichnamigen Media-Service-Center.

Für die Jury war es keine Option gewesen, die Verleihung ins nächste Jahr zu verschieben. Zu wichtig sei die Botschaft des Preises gerade in dieser herausfordernden Zeit. Sie wollte ein Zeichen setzen für die Wahrung der Menschenwürde, der Meinungs- und Pressefreiheit und der Freiheit von Kunst und Wissenschaft.

Mit Konstantin Weckers ist es gelungen, eine Persönlichkeit zu ehren, die zeitlebens für die Einhaltung eben dieser Werte eintritt: als Schriftsteller und Poet, als Komponist und Musiker.

Webers Rede endet mit der Information, dass er nun nach München reise, um den Preis Konstantin Wecker persönlich zu übergeben.

Die Aufnahmen von Freinsheim, sowie die, die im Studio Weckers produziert werden, werden dann in einem Video zusammen geführt. Anja Kleinhans wird Sinsheimer zu Wort kommen lassen, wenn sie eine Passage aus „An den Wassern von Babylon“ von 1920 liest. Moshe Zuckermann, der Soziologe und Professor für Geschichte und Philosophie an der Universität Tel Aviv wird die Laudatio auf Konstantin Wecker halten. Für den musikalischen Rahmen sorgt das Quartett „Immergrün“ unter der Leitung Peter Stockmanns und natürlich Konstantin Wecker selbst.

„Ausgestrahlt“ wird die Aufnahme am Sonntag, den 18. April 2021 um 11 Uhr auf dem Youtube-Kanal der Stadt Freinsheim.

 

Pressemitteilung vom 21. Sep. 2020

Die Jury des Hermann-Sinsheimer-Preises der Stadt Freinsheim hat dem Autor und Liedermacher Konstantin Wecker den Hermann-Sinsheimer-Preis für Literatur und Publizistik 2021 zugesprochen. Stadtbürgermeister Matthias Weber wird ihm den Preis voraussichtlich im Februar 2021 im Freinsheimer von-Busch-Hof überreichen. Der Jury imponiert an Konstantin Weckers Wirken und Schaffen, wie er sich „gefühlt schon immer“ von seinen politischen Einstellungen und Sehnsüchten nach einer menschenwürdigen Welt leiten ließ und sich ihnen mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln verschrieb: als Schriftsteller und Komponist, als berührender Poet und als begnadeter Musiker. Aufrecht und wahrhaftig verlangt er in seinem vielseitigen Schaffen, sich der Gier, dem Machtgehabe und der Gewalt, und kommen sie auf noch so leisen Sohlen daher, lautstark zu widersetzen. In seinem unerschütterlichen Einsatz für Frieden und Demokratie sieht die Jury eine Parallele zu Hermann Sinsheimers Lebensleistung. Wecker unterzieht aktuelles politisches Handeln seinem kritischen Blick, fordert die Einhaltung der Grundrechte und verurteilt in seinem Kampf um eine gerechtere Welt Ausgrenzung und Verfolgung Andersdenkender und Minderheiten aufs Schärfste. Freinsheim, am Rande der deutschen Weinstraße gelegen, war eine der ersten deutschen Städte, die mit einem Literaturpreis dem Schicksal der vertriebenen jüdischen Mitbürger einen Raum des Gedenkens schufen. Hermann Sinsheimer, ein Pfälzer jüdischen Glaubens, wurde hier im Ort geboren, studierte Jura in Mannheim und wandte sich dann den Schönen Künsten in München und in Berlin zu als Theaterintendant und Kritiker, als Journalist und Schriftsteller und als Chefredakteur der Zeitschrift „Simplicissimus“. Lange blieb Hermann Sinsheimer in Deutschland und litt unter den Nationalsozialisten, die ihn und seine Familie massiv bedrohten und ihm Berufsverbot erteilten. Erst 1938 sah er keine andere Möglichkeit mehr, als schweren Herzens seine Heimat und Sprachwelt zu verlassen, um in England Asyl zu suchen. Mit dem Literaturpreis hält die Stadt Freinsheim Hermann Sinsheimer in ihrer Mitte und würdigt sein Schicksal. Der Preis wird alle zwei Jahre an herausragende Persönlichkeiten verliehen, die mit ihren Werken ein klares Bekenntnis gegen Faschismus und für die Einhaltung der Menschenwürde abgeben. Gemäß den Gepflogenheiten der Hermann-Sinsheimer-Preisverleihung würde Herta Müller als vorherige Preisträgerin von 2019 die Laudatio halten. Bedauerlicherweise hat Herta Müller für die Preisverleihung 2021 abgesagt. Wer die Laudatio für Konstantin Wecker spricht, wird zu gegebener Zeit bekannt gegeben. Ebenso werden der genaue Termin und die Modalitäten des Kartenverkaufs veröffentlicht, sobald sie feststehen.

18 April, 2021 - 11:00
© Verkehrsverein Freinsheim e.V.